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Kinderkrankheiten

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Kinderkrankheiten


Wieso bekommen meist nur Kinder Mumps oder die Röteln? Wieso sieht man so selten Erwachsene mit Windpocken beim Arzt sitzen? Die Antwort erscheint ebenso simpel wie logisch. Kinderkrankheiten sind reine Infektionskrankheiten mit einer hohen Durchseuchungsrate, also einem großen Verbreitungsgrad. An Krankheiten wie Mumps oder Röteln erkrankt man in der Regel als Kind. Diese Krankheiten hinterlassen typischerweise eine lebenslange Immunität. Das heißt: Anders als beispielsweise bei einer Grippe oder den beliebten Volkskrankheiten Erkältung und Schnupfen, kann man nicht wieder an Mumps, Röteln oder dergleichen erkranken. Deshalb haben die wenigsten Erwachsenen solche Krankheiten. Allerdings ist es nicht ausgeschlossen, dass man auch nach seiner Kindheit noch an den typischen Kinderkranheiten erkrankt. Wenn man sie als Kind nicht hatte, ist man logischerweise nicht immun, da sich der Körper nicht darauf einstellen konnte. Nun sagt man sich: Auch bei Erkältung oder Schnupfen erkrankt man nicht alle paar Wochen daran und das ist auch richtig. Einmal eine schlimme Erkältung überstanden, ist der Körper erst mal darauf eingestellt. Im Verlauf der Krankheit wurden genug Antikörper entwickelt, um nicht erneut zu erkranken. Natürlich kennt jeder den so genannten "Rückfall", aber allzu oft kommt dieser ja auch nicht vor. Anders als bei der Erkältung, dem Schnupfen oder einer Grippe, entwickelt unser Immunsystem bei Kinderkrankheiten allerdings eine Antwort mit Gedächtnis. Bei einem erneuten Kontakt mit den Erregern, auch viele Jahre später, produziert unser Immunsystem schnell Antikörper. Sehr bekannt sind Kinderkrankheiten, die auch direkt sichtbar sind, sich also durch Hautausschlag identifizieren. So passiert es bei Masern, Röteln, Ringelröteln und Drei-Tage-Fieber. Auch die Winpocken lassen sich über Hautiritationen definieren, sie bilden Bläschen auf der Haut. Mumps dagegen verursacht eine Schwellung der Ohrspeicheldrüse an der Wange. Gemeinhin geht man als Elternteil nicht gerne mit seinem Kind zum Arzt, wenn man weiß, dass eine Impfung auf dem Programm steht. Allzu oft gibt es eben auch unliebsame Nebenwirkungen. Bei so genannten Totimpfungen geschieht in der Regel nichts. Bei den Lebensimpfungen jedoch werden dem Kind lebendige Viren geimpft, damit der Körper Abwehrkräfte entwickeln kann. Wie wichtig solche Impfungen sind, zeigt sich erst, wenn man sich über eventuelle Komplikationen informiert. Bei Masern beispielsweise kann es erhebliche Komplikationen geben. Bei Ungeimpften kann diese Krankheit sehr schwer verlaufen und sogar Folgeschäden an verschiedenen Organen hinterlassen. Am schlimmsten ist hier die Gehirnentzündung, die zwar sehr selten auftritt, jedoch extrem schwer wiegt. Sie kann zu kognitiver Behinderung und manchmal sogar zum Tode führen. Auch Lungenentzündungen, Infektionen am Kehlkopf und Mittelohrentzündung gehören zu den Folgen einer Masernerkrankung bei Ungeimpften. Keuchhusten ist insbesondere bei Säuglingen sehr gefährlich, weil er zum Atemstillstand führen kann. Mumps kann auch auf das Gehirn übergehen und bei Jungen sogar eine Hodenentzündung nach sich ziehen, die bei beidseitigem Befall zu Unfruchtbarkeit führt. Röteln sind besonders während einer Schwangerschaft gefährlich, sie können dann regelmäßig zur so genannten Rötelnembryofetopathie mit geschädigtem Gehirn, Augen und Ohren. Es ist also immer Vorsicht geboten bei den so genannten Kinderkrankheiten, dessen Bezeichnung leider auch Harmlosigkeit suggeriert - ein fataler Irrtum, wenn man das Thema unterschätzt.

 

 

 

 

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